Warum der Innenraum so eingerichtet ist
Drei Abschnitte, die aufeinander aufbauen: was im Inneren festsitzt, welches
Teilchen das Gegenstück dazu stellt und weshalb es den Innenraum kaum verlässt.
Unbewegliche Gegenstücke
Jede Muskelfaser ist ein abgeschlossener Raum mit einer Eigenheit: Ein großer Teil dessen,
was darin gelöst ist, kommt nicht heraus. Eiweißfäden, Enzyme, Kreatinphosphat und die
Phosphatgruppen großer Trägermoleküle tragen bei dem Säuregrad, der im Zellplasma
üblich ist, jeweils eine oder mehrere negative Ladungen. Keines dieser Teilchen passt durch die
Poren der Hülle.
Elektrische Neutralität verlangt, dass diesen Ladungen eine entsprechende Menge positiver
Ladung gegenübersteht. Diese Aufgabe fällt nicht dem größten und nicht dem
häufigsten Kation zu, sondern demjenigen, das die ruhende Hülle überhaupt
hindurchlässt.
Warum nicht Natrium
Natrium liegt außerhalb der Faser reichlich vor und könnte den Ausgleich rein rechnerisch
ebenso leisten. Es bleibt dennoch draußen, weil die ruhende Hülle es kaum durchlässt
und weil eine Pumpe in derselben Hülle unter Energieaufwand dagegenhält.
Damit bleibt Kalium das einzige reichlich vorhandene Kation, das beweglich genug ist, um sich nach
dem elektrischen Feld im Inneren zu richten. Es sammelt sich dort, wo die festsitzenden negativen
Ladungen liegen, und stellt mit ihnen zusammen die Ladungsbilanz des Innenraums her.
Der Riegel von innen
Blieben die Poren einfach offen, würde bei jeder Spannungsänderung Kalium nach
draußen abfließen. Die betreffenden Kanäle arbeiten jedoch nicht symmetrisch. Von der
Innenseite her schieben sich Magnesium-Ionen und Polyamine — Spermin, Spermidin und Putrescin,
kurzkettige Moleküle, die in jeder Zelle vorkommen — in die Pore und verlegen den Weg nach
außen genau dann, wenn das elektrische Feld ihn begünstigen würde. Der Weg nach innen
bleibt dabei frei.
Diese Vorzugsrichtung ist in der Fachliteratur ausführlich beschrieben. Sie erklärt, weshalb
eine Faser ihren Kaliumbestand über viele Signale hinweg weitgehend behält, und sie
gehört zu den Gründen dafür, dass der Zusammenhang zwischen diesem Mineral und der
Arbeitsweise der Muskulatur überhaupt fachlich untersucht wurde.
Geprüft wurde dabei die Verbindung aus einem Mineral und einem Themenfeld, nicht ein Erzeugnis
und nicht einer der oben beschriebenen Mechanismen. Was am Ende im Register steht, ist eine einzige
Zeile:
Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Was diese Zeile nicht enthält, lässt sich ebenso kurz sagen: keine
Menge, kein Lebensalter, keinen bestimmten Muskel und keinen der Namen, die weiter oben vorkommen.
Auch zu Schlaf, zur Konzentration oder zur Stimmung fällt hier kein Wort; solche Aussagen
durchlaufen jeweils ein Verfahren für sich.